Kurz erklärt
Reismehl ist fein gemahlener Reis und von Natur aus glutenfrei. Das mild schmeckende Mehl wird für glutenfreie Backwaren, Pfannkuchen, knusprige Teighüllen und zum Andicken von Saucen verwendet. Beim Brotbacken wird es häufig mit anderen glutenfreien Mehlen und Bindemitteln kombiniert, weil ihm das Klebereiweiß Gluten fehlt.
Reismehl auf einen Blick
Reismehl auf einen Blick
- Ausgangsprodukt
- Gemahlener weißer Reis oder Vollkornreis
- Gluten
- Von Natur aus glutenfrei; bei Zöliakie auf Kennzeichnung achten
- Geschmack
- Weißes Reismehl mild bis neutral, Vollkornreismehl etwas kräftiger
- Farbe
- Weiß bis hellbeige, bei Vollkornreismehl dunkler
- Verwendung
- Glutenfreie Mehlmischungen, Pfannkuchen, Gebäck, Saucen, Panaden
- Backeigenschaft
- Fein und stärkehaltig, aber ohne elastisches Glutengerüst
Was ist Reismehl?
Reismehl entsteht, indem trockene Reiskörner zu einem feinen Pulver vermahlen werden. Es gehört zu den glutenfreien Getreidemehlen und wird sowohl aus weißem Reis als auch aus Vollkornreis hergestellt. Da Reismehl vergleichsweise wenig Eigengeschmack mitbringt, lässt es sich mit kräftigeren glutenfreien Mehlen kombinieren. In vielen Rezepten dient es als milde Grundlage, ohne die übrigen Zutaten geschmacklich zu überdecken.
Ist Reismehl glutenfrei?
Ja, reines Reismehl enthält von Natur aus kein Gluten. Deshalb ist es grundsätzlich auch für eine glutenfreie Ernährung bei Zöliakie geeignet. Beim Mahlen oder Abfüllen kann es jedoch zu einem Kontakt mit glutenhaltigen Getreiden kommen. Wer an Zöliakie erkrankt ist, sollte deshalb bevorzugt Reismehl kaufen, das ausdrücklich als „glutenfrei“ gekennzeichnet ist, und die weiteren Verpackungsangaben prüfen. Nach EU-Recht dürfen so gekennzeichnete Lebensmittel höchstens 20 mg Gluten pro Kilogramm enthalten.
Wie schmeckt Reismehl?
Weißes Reismehl schmeckt mild, zurückhaltend und leicht getreidig. Es eignet sich deshalb besonders, wenn der Geschmack von Vanille, Obst, Gewürzen oder herzhaften Zutaten im Vordergrund stehen soll. Vollkornreismehl schmeckt meist etwas kräftiger und kann eine leicht nussige Note besitzen. Beide Varianten unterscheiden sich außerdem in Farbe und Backverhalten.
Wofür kann man Reismehl verwenden?
- Glutenfreie Backwaren: Als Bestandteil von Mehlmischungen für Kuchen, Brot, Brötchen oder Kekse.
- Pfannkuchen und Fladen: Für helle Teige mit mildem Geschmack.
- Saucen und Suppen: Zum Andicken; Reismehl sollte dabei ausreichend erhitzt werden.
- Knusprige Teighüllen: Für bestimmte Panaden und Ausbackteige.
- Asiatische Gerichte: Als Zutat für Reisnudeln und verschiedene Teigspezialitäten.
Kann man Weizenmehl durch Reismehl ersetzen?
Nicht in jedem Rezept im Verhältnis 1:1. Reismehl kann kein elastisches Glutengerüst bilden. Gerade luftiges Brot oder Hefeteig gelingt deshalb mit reinem Reismehl oft nicht so wie mit Weizenmehl. Für glutenfreie Brote werden häufig mehrere Mehle, Stärken und Bindemittel kombiniert. Beispielsweise können Maismehl oder Sorghummehl je nach Rezept weitere Geschmackseigenschaften einbringen. Die passende Mischung und Flüssigkeitsmenge hängen vom jeweiligen Rezept ab.
Weißes Reismehl oder Vollkornreismehl: Was ist der Unterschied?
Für den Einstieg eignet sich fein gemahlenes weißes Reismehl besonders gut, wenn du einen möglichst neutralen Geschmack möchtest. Wer zusätzlich Bestandteile des ganzen Reiskorns nutzen möchte, kann Vollkornreismehl wählen.
Zum Vergleichen nach rechts wischen
| Weißes Reismehl | Vollkornreismehl |
|---|---|
| Aus poliertem Reis | Aus dem ganzen Reiskorn |
| Sehr heller Farbton | Beige bis hellbraun |
| Besonders milder Geschmack | Etwas kräftiger |
| Weniger Randschichten des Korns | Enthält auch Kleie und Keim |
| Für helle, feine Teige beliebt | Für kräftigere Backwaren geeignet |
Reismehl: Nährwerte und Kalorien
Reismehl besteht überwiegend aus Kohlenhydraten. Wie viele Ballaststoffe, Fette und Eiweiße enthalten sind, hängt unter anderem davon ab, ob weißer Reis oder Vollkornreis verarbeitet wurde.
Nährwerte pro 100 g Reismehl
Die folgenden Werte beziehen sich beispielhaft auf ein handelsübliches glutenfreies Vollkornreismehl (dmBio), nicht pauschal auf jedes Reismehl. Die Angaben auf deiner Verpackung sind maßgeblich. Weißes Reismehl kann sich insbesondere beim Ballaststoffgehalt unterscheiden.
| Nährstoff | Pro 100 g, ungegart |
|---|---|
| Energie | 352 kcal |
| Kohlenhydrate | 74 g |
| Eiweiß | 7,8 g |
| Fett | 2,2 g |
| Ballaststoffe | 2,2 g |
| Salz | 0,03 g |
Ist Reismehl gesund?
Reismehl kann gut zu einer abwechslungsreichen glutenfreien Ernährung passen. Allerdings ist es kein besonders eiweißreiches Mehl, und helles Reismehl enthält weniger Bestandteile des vollen Reiskorns. Wer häufig glutenfrei backt, muss sich deshalb nicht allein auf Reismehl verlassen. Auch andere glutenfreie Mehle können Abwechslung bei Geschmack und Nährstoffzusammensetzung schaffen. Gut zu wissen: Reis kann vergleichsweise mehr anorganisches Arsen enthalten als viele andere Getreidearten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt deshalb, Reis und Reisprodukte nicht zur alleinigen Grundlage der Ernährung zu machen. Das gilt auch bei Zöliakie. Reismehl muss deshalb nicht grundsätzlich gemieden werden; entscheidend ist eine abwechslungsreiche Auswahl.
Reismehl kaufen: Worauf sollte man achten?
Achte vor allem auf die gewünschte Sorte, den Mahlgrad und die Glutenfrei-Kennzeichnung: Bio-Anbau und eine glutenfreie Herstellung sind zwei unterschiedliche Eigenschaften. Aus einem Bio-Siegel allein lässt sich die Glutenfreiheit nicht ableiten.
- Für feines Gebäck: Ein möglichst fein gemahlenes, helles Reismehl wählen.
- Für einen kräftigeren Geschmack: Vollkornreismehl in Betracht ziehen.
- Bei Zöliakie: Eine verlässliche Kennzeichnung als „glutenfrei“ bevorzugen und die gesamte Zutatenliste prüfen.
- Für asiatische Spezialitäten: Genau nachsehen, ob das Rezept normales Reismehl oder Klebreismehl verlangt. Beide verhalten sich unterschiedlich.
Wie lagert man Reismehl?
Reismehl sollte trocken, kühl, dunkel und gut verschlossen aufbewahrt werden. Ein luftdichter Behälter schützt nach dem Öffnen vor Feuchtigkeit und Vorratsschädlingen. Besonders bei Vollkornreismehl ist es sinnvoll, auf frischen Geruch und das Mindesthaltbarkeitsdatum zu achten. Riecht das Mehl ranzig oder muffig, sollte es nicht mehr verwendet werden.
Häufige Fragen zu Reismehl
Ist Reismehl dasselbe wie Reisstärke?
Nein. Reismehl wird aus dem Reiskorn vermahlen, während Reisstärke die daraus gewonnene, weitgehend isolierte Stärke ist. Sie werden beide zum Binden eingesetzt, sind in Rezepten aber nicht immer gleichwertig austauschbar.
Ist Klebreismehl trotz seines Namens glutenfrei?
Ja, reines Klebreismehl ist von Natur aus glutenfrei. Der Name beschreibt die klebrige Konsistenz, die beim Zubereiten entsteht – nicht das Vorhandensein von Gluten. Auch hier ist bei Zöliakie die Produktkennzeichnung wichtig.
Warum werden Backwaren mit Reismehl manchmal trocken oder bröselig?
Weil das Mehl kein elastisches Glutengerüst aufbaut. Mahlgrad, Flüssigkeitsmenge und Bindemittel beeinflussen das Ergebnis. Bei Brot und Brötchen ist daher ein auf glutenfreie Mehle abgestimmtes Rezept sinnvoll.
Kann man Reismehl roh essen?
Reismehl und rohe Teige sollten vor dem Verzehr ausreichend erhitzt werden. Rohes Mehl ist kein verzehrfertiges Lebensmittel.
Weitere glutenfreie Mehle entdecken
Reismehl ist nur eine von vielen Möglichkeiten zum glutenfreien Kochen und Backen. Erfahre auch, welche Eigenschaften Maismehl, Sorghummehl und Mandelmehl mitbringen. ---




